American Express hat es in Italien gerade nicht leicht. Die Zentralbank Banca d’Italia hat jetzt die Ausgabe neuer Amex-Kreditkarten verboten. Das Unternehmen sei intransparent und die Zinsen seien Wucher, so die Bank. Bis sich American Express nicht den Vorschriften anpasst, dürfen keine neuen Kreditkarten ausgegeben werden.
In der Kritik steht unter anderem die Tatsache, dass die Kunden nicht ausreichend über den bereitgestellten Kreditrahmen ihrer Kreditkarten informiert werden. Zudem ist die Zinserhebung Wucher, denn Amex berechnet bei den Kreditkarten mit Möglichkeit der Ratenzahlung (Revolving Cards) Zinsen auf den gesamten Kreditrahmen – auch, wenn nicht Alles genutzt wurde. So kann sich eine Folgerate bei Verzug der ersten Rate auch schon mal verdreifachen.
Ebenfalls stark kritisiert wird das unzureichende Speichern von Kundendaten. Das Archiv von American Express sei nicht detailliert genug, sodass die Geldwäschevorschriften nicht hundertprozentig erfüllt werden.
Seit Montag dürfen deshalb keine neuen American Express Kreditkarten ausgegeben werden. Bereits bestehende Kreditkartenverträge aber bleiben aufrecht. Das Verbot gilt bis zur Anpassung des Unternehmens an die Vorschriften der italienischen Zentralbank.
Basis der Prüfung seien Beschwerden von Kunden vom Jahre 2008. Damals schon ärgerte man sich über die horrenden Zinsen der Kreditkartengesellschaft. Das veranlasste die Banca d’Italia nach ausgiebigen Prüfungen und Kontrollen zu diesem drastischen Schritt. Wir dürfen gespannt sein, wann American Express Karten auch wieder in Italien erhältlich sein werden.
Autor: Redaktion yess.de, verfasst am 13.04.2010
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